Was ist digitale Transformation (Interview mit Herrn Grohganz)?

Liebe Leser.

Ich freue mich, mit Herrn Christian Grohganz einen digitalen Experten, Consultant und erfahrenen Speaker im heutigen Interview begrüßen zu dürfen. Herr Grohganz hat über 20 Jahre Erfahrung im Digital Business und leitet als Geschäftsführer das Unternehmen weltfern interactive.

Viel Spaß beim Interview in der Kategorie Digitale Fabrik und Industrie 4.0 mit spannenden Perspektiven im Bereich der digitalen Transformation und neuen Technologien. Heute beantwortet Herr Grohganz unter Anderem die folgenden Fragen:

  • Was ist digitale Transformation?
  • Wo liegen die Unterschiede zwischen der Virtuellen und der Erweiterten Realität?

Guten Tag Herr Grohganz. Ich freue mich sehr, dass Sie sich für das heutige Interview bereit erklärt haben. Könnten Sie sich und Ihren Werdegang meinen Lesern kurz vorstellen?

Ja, sehr gerne und vielen herzlichen Dank für das Interview! Ich selbst bin praktisch mit allen digitalen Revolutionen und Entwicklungen aufgewachsen – von der Einführung der Personal-Computer in den 80ern hin zum Internet in den 90ern und der Einführung des Smartphones in den 2000ern. So dachte ich, dass ab den 2010ern die Zeit Reif war für neue Technologien.

Konkret heißt das, dass ich seit fast 25 Jahren beruflich in der Digital Branche aktiv bin. Bevor der Dot.Com Boom 1998 begann, gründete ich das erste Digital-Startup, absolvierte davor eine kaufmännische Ausbildung und beschloss dann ein paar erfolgreiche Jahre später noch etwas Solides zu studieren – Jura. Nach Tätigkeiten u.a. in einer IT-Rechtskanzlei und beim Mitteldeutschen Rundfunk, entschloss ich mich wieder komplett in die digitale Welt zu wechseln.

Nach der Arbeit in einer Hamburger Digitalagentur fokussierte ich mich die letzten vier Jahre vor allem auf die Bereiche Virtual Reality, Augmented Reality und Künstliche Intelligenz (und jetzt auch 5G) und setzte spannende Softwareprojekte unter anderem für Beiersdorf, Bayer oder Montblanc um. Mit meinem Geschäftspartner Ingmar Konnow kam es dann Ende 2018 folgerichtig zur Gründung von weltfern interactive – wo wir uns stilecht in einem Büro, nahe den Wolken, im Hamburger Schanzenviertel niedergelassen haben.

Wie groß ist ihr Team und welche Dienstleistungen bieten Sie in der Digital Tech Agentur an?

weltfern interactive ist vor allem auf drei Bereiche aufgebaut: Digital, Neue Technologien und Workshops. Im Digitalen Bereich kümmern wir uns um alles, was in diesem Bereich wichtig ist – von der Website als Unternehmensauftritt über die digitalen Kanäle wie Social Media bis hin zu internen Softwareprozessen oder App-Entwicklung.

Bei Neuen Technologien haben wir den Fokus auf die Schwerpunkte VR, AR, KI sowie 5G und Robotik.

Dabei entwickeln wir sowohl Konzepte, wie wir auch die gesamtheitliche Umsetzung übernehmen. Bei unserem stetig wachsenden Team ist es deshalb vor allem wichtig, dass man offen für alle Bereiche ist – also nicht nur allein auf die Technologien beschränkt. Schließlich ist Digitalisierung ein ganzheitlicher Prozess. Viele im Team sind deshalb Creative Technologists. Dabei denken wir, dass auch z. B. im visuellen Coden eine größere Zukunft lief Zukunft liegt, als im “klassischen” Entwicklungsprozess.

* * *

Aus welchen Branchen kommen Ihre Kunden?

Unsere erste Umsetzung war für eines der größten Automobilunternehmen weltweit – und das noch vor Firmengründung. Hier ging es um 3D und KI-Entwicklung. In ähnliche Richtung geht auch unsere aktuelle Arbeit für eines der größten DAX-Unternehmen.

Vor allem im Bereich Neue Technologien sind es die großen Unternehmen, die Projekte direkt umsetzen – ob von Logistik über Immobilien bis hin zu Konsumgütern.

Einen weiteren großen Fokus haben wir auf die Industrie gelegt, sowohl in der Umsetzung wie auch im Bereich Workshops und Seminare u.a. für unseren Kunden VDI.

Im Bereich Digital, sind es vor allem mittelständische Unternehmen, die wir betreuen – da aber meist Full-Service, also von der digitalen Geschäftsstrategie zum Update der Websites hin zur Umsetzung auf den Kommunikationskanälen wie Social Media.

Könnten Sie uns erklären, welche Dienstleistungen Ihr Unternehmen im Bereich VR/AR und Künstliche Intelligenz konkret anbietet?

In erster Linie geht es uns immer darum, die passende Technologie für den benötigten Bedarfsfall zu finden. Nicht für jeden Anwendungsfall bzw. Use Case macht z. B. VR Sinn – für andere Probleme gibt es wiederum kein besseres Device bzw. Medium. Deshalb setzten wir erst einmal da an, wo das Unternehmen gerade steht – arbeiten dann die konkrete Lösung aus und beginnen im Anschluss mit der Entwicklung.

Wir haben aber auch eigene vorgefertigte Lösungen im Portfolio. Im Bereich Handel bieten wir eine eigene Software-Anwendung, die sich auf Category Management sowie Ladenplanung fokussiert und KI, VR, AR und klassisches Desktop-Management miteinander verbindet.

Und im Bereich Kommunikation bieten wir eine White-Label-Lösung als VR / AR Communication Tool, das Konferenzen und Meetings in der virtuellen Realität bzw. AR oder auf dem klassischen Screen stattfinden lässt. Natürlich hat dies jetzt in Zeiten von Corona eine völlig neue Bedeutung gefunden.

Haben Sie vielleicht ein Fallbeispiel parat, wo Kunden durch Ihre Beratung/Zusammenarbeit besonders profitiert haben und ihre Ziele erreichen konnten?

Ein gutes Beispiel ist der Sales- und Marketing-Bereich. Hier hat uns einmal ein Industrieunternehmen herangezogen, wo es um große, komplexe Maschinen ging, die noch auf Papier dem Kunden vor Herstellung und Verkauf gezeigt wurden. Mit AR können diese realitätsgetreu vorab dargestellt werden und sogar (virtuell) vor Ort platziert werden. Selbstredend, dass dabei der Verkauf auf ein neues Level gezogen wurde.

Bei VR sind vor allem Learning-Simulationen ein Gewinn – wie bei einem großen Konzern, der Brandschutztrainig für die Mitarbeiter realisieren wollte, weil erst das immersive Erleben in VR und das eigenständige Vollziehen von Handlungen wirkliches E-Learning ausmachen.

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Wo liegen Ihrer Meinung nach die größten Potenziale von Augmented Reality?

Augmented Reality wird schlicht das dominierende Medium der nahen Zukunft sein und das Smartphone als Everyday-Device ablösen. Der nächste Schritt wird durch 5G und das erweiterte Cloud-Computing stattfinden. Vorreiter werden vermutlich Industrie und Handel sein, aber auch die Marketing-Bereiche werden im wirtschaftlichen Sinne schnell auf den Zug aufspringen.

Momentan ist die Technik aber bei Headsets noch sehr teuer, während Smartphones und Tablets die dominierenden Medien sind. Das könnte sich allerdings mit Apples Markteintritt ändern – der sollte eigentlich schon 2020 sein, wurde aber jetzt auf 2021 verschoben. Aber wer sich die Historie von Apple ansieht, der weiß, dass das Unternehmen durchaus das Potenzial hat, neue Technologien in den Mainstream zu pushen (siehe Smartphones).

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Könnten Sie erklären, inwiefern sich die Erweiterte Realität und die Virtuelle Realität unterscheiden?

Hier möchte ich Ihren Lesern und Ihnen gerne die Schaubilder zur Verfügung stellen, die Sie unter dem folgenden Link/Angabe Quelle: weltfern interactive sehr gerne nutzen können.

 Ich habe auf Ihrer Homepage gelesen, dass Sie Veranstaltungen wie die New Tech Events durchführen. Was hat es mit diesen Events auf sich und wie laufen diese Veranstaltungen ab?

Unsere New Tech Events haben jeweils immer ein Thema im Fokus: vor allem VR, AR, KI oder jetzt jüngst ist 5G in Vorbereitung. Bei VR und AR geht es darum, dass die Leute mit den Technologien in Berührung kommen und mittels Vorträge auch vertieftes Wissen bekommen.

Das gilt ebenfalls für KI und 5G – auch wenn die Technologien noch abstrakter sind. Zur KI Darstellung gehört zum Beispiel das Dirigieren eines virtuellen Orchesters, die Alters- und Emotionsbestimmung per Computer-Vision und ein selbstgebauter Roboter, der mittels Voice Recognition und Database mit dem User spricht und den Gesichtsausdruck mittels eines Displays ändert.

was ist digitale transformation
Quelle: Gerd Altmann, Pixabay.

Kommen wir am Ende des Interviews zur digitalen Transformation: Was ist digitale Transformation genau? Wie schätzen Sie den Grad der Umsetzung der Industrie 4.0 in mittelständischen Unternehmen ein?

Die digitale Transformation ist, in meinen Worten, die komplette Veränderung der sozialen Strukturen, der Unternehmenswelt und der Arbeitswelt selbst. Nach den Großcomputern, den Personalcomputern, dem Internet, den Smartphones und VR, sind heute wesentliche Faktoren wie Robotik oder KI und die weitreichende gesamtheitliche Vernetzung relevant für diese digitale Revolution und Evolution.

Leider wissen wir aus der Praxis, dass viele mittelständische Unternehmen sich noch sehr schwer tun damit – Veränderung ist immer schwer. Vor allem, wenn das bisherige Geschäftsmodell ja bis jetzt sehr gut funktioniert hat. Aber der Druck durch technologische Vorreiter und ganze Nationen wie z. B. China wächst immer mehr. Wenn man aber den eisigen Hauch im Nacken spürt, ist man doch oftmals bereit etwas zu tun. Das zeigt die Automotive-Branche und in Folge, auch die Auswirkungen des Coronavirus, der jetzt schon Unternehmen zwingt, lange verschlafene Digitalstrategien neu zu überdenken.

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Sind unsere deutschen Unternehmen gut gewappnet für die Industrie 4.0? Welche Stolpersteine und Probleme behindern Ihrer Erfahrung nach aktuell die Firmen?

Oftmals ist es noch die Angst und die Unwissenheit, die viele Unternehmen im Bereich Industrie 4.0 lähmt. Jeder will eigentlich innovativ sein, aber nicht alle wissen, was Innovation eigentlich bedeutet. Die Umsetzung von neuen Konzepten wie 5G Implementierung zur Umsetzung einer Smart Factory oder Automatisierungsprozesse mittels virtueller Assistenzsystemen ist in manchen Fällen auch einfach noch sehr abstrakt.

Um neue Technologien umzusetzen, bedarf es jedoch eines ganzheitlichen Ansatzes – dabei wird die Firmenspitze bis hin zu jedem Angestellten miteinbezogen. Denn manchmal muss man, um das volle digitale Potenzial zu entfalten, das menschliche Potenzial freischalten. Und das kann man sehr gut, indem man Ängste nimmt. Und dies geschieht vor allem durch den Aufbau von neuen Wissen.

Lieber Herr Grohganz, vielen herzlichen Dank für dieses tolle Interview und die tiefen Einblicke in Ihr Unternehmen. Danke, dass Sie Ihre Perspektiven zur Industrie 4.0 und zu neuen digitalen Technologien (wie AR und VR) mit uns geteilt haben. Wir wünschen Ihnen und Ihrem Unternehmen weltfern interactive alles Gute!

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Dein Maximilian

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Ich hoffe, im heutigen Artikel haben sich für euch viele Wissenslücken geschlossen und ihr könnt die folgenden Fragen nun selbstbewusst beantworten:

  • Was ist digitale Transformation? Was bedeutet die digitale Transformation konkret?
  • Wo können Augmented und Virtual Reality eingesetzt werden?
  • Welche Dienstleistungen bietet weltfern interactive an?

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